Suite Transkription

 

Suite Transkription

Barockcello und Tanz

Wer Bachs Musik kennt, erfreut sich an der Tiefe und Vielfalt seiner Klänge, an den unterschiedlichen Rhythmen und Bewegungen in den Motiven, Harmonien und Satzformen, welche in unterschiedlichen Bewegungsschichten ablaufen und dabei eine unerschöpfliche Einheit bilden. Bach hat man nie zu Ende gehört.

In seinen Suiten für Cello solo präsentiert sich jeder Tanzsatz neu in Gestus und Bewegung. Julia Kursawe hat die einzelnen Parameter herausgearbeitet, sie zeigt den roten Faden der Dramaturgie wie auch die Essenz der einzelnen Sätze. Im barocken Europa gab es eine Hochkultur des Tanzes. Sicher kannte Bach jeden Tanzschritt seiner Zeit und hatte vielleicht beim Komponieren die Bewegungen der Tänzer vor Augen.

Yui Kawaguchi hat bereits einzigartige tänzerische Erfahrungen mit Bach gemacht (z.B.: Flying Bach von Flying Steps oder Cantatatanz von Nico and the Navigators). An diesem Abend übersetzt sie den Klangraum der 3. Cellosuite in eine facettenreiche Choreographie: sie visualisiert, unterstützt vom Licht (Fabian Bleisch), die Eigenschaften der einzelnen Tanzsätze.

Um Bach innerhalb der deutschen Musikkultur zu verstehen hat Yui Kawaguchi nach einem Pendant in der japanischen Kultur gesucht. Sie versteht Bach wie Zen: eine Lebenshaltung ohne Focus auf das Ego. Auch Julia Kursawe empfindet bei Bach den kontemplativen Anteil als allgegenwärtig, es ist eine Betrachtung des Lebens: ein barockes Ich, dessen Fokus sich auf die äußere Welt richtet, und dabei tiefe Gelassenheit erlangt.

So entsteht im Dialog der beiden Künstlerinnen mal konfrontierend, mal verschmelzend eine Bach-Landschaft, die geleitet ist durch die vielschichtige Ästhetik von Bachs Komposition.

Konzept und Barockcello: Julia Kursawe
Choreographie und Tanz: Yui Kawaguchi
Licht und Technische Leitung: Fabian Bleisch
Kostüme: Christin Noel

Musik: Johann Sebastian Bach (1685 Eisenach – 1750 Leipzig)
Suite für Violoncello solo in C-Dur, BW 1009
Prélude – Allemande – Courante – Sarabande – Bourée 1+2 – Gigue
Jehan Chardavoine, Une jeune filette, Erstveröffentlichung 1576
Georg Neumark um 1641 und J.S. Bach, Wer nur den lieben Gott lässt walten

Eine Produktion von Julia Kursawe und Yui Kawaguchi.
In Kooperation mit der ufaFabrik, Theaterhaus Mitte, Förderverein Zionskirche und Dock11 Berlin.

Video Premiere / Tanzforum Berlin
Fotos Premiere / Tanznetz

Archiv

Zeichnung © Christin Noel